Montag, 13. April 2015
Wie so oft im Leben überholt einen manchmal die Zeit.
Geplant war es, im Laufe der nächsten Monate für die Jagd einen geeigneten Jagdhund anzuschaffen. Möglichst ein Welpe, möglichst vom Züchter und möglichst aus Deutschland. Das war der Plan.
Aber - Frau kann es nicht lassen und stöbert im Internet und natürlich stolpert sie früher oder später über diverse Hilfe- und Notfall-Seiten, die armen gequälten Seelen helfen und für diese ein Heim suchen.

Bemüht man dann auch noch Suchmaschinen über Jagdhunde findet Frau sogar entsprechende Hilfsorganisationen, die Hunde vermitteln die landläufig als Jagdhunde gelten.
Also alle mal kurz angeklickt und na ja, zu alt, falsche Rasse (obwohl gibt es eine falsche Rasse), mmm nicht das was einem vorschwebt.
Dazu kommt dann der Faktor Mann, seines Zeichen der Jäger, und der hat natürlich eigene Vorstellungen. Frau aber möchte doch wenigstens bei der Rasse ein Wörtchen mitreden, wenn es schon ein Hund für die Jagt sein sollte.

Irgendwie kam Frau dann auf die Seite "Vizla-in-Not" und es machte klick. Tante Googel verrät schnell vieles über die Rasse "Magyar Vizsla".
"Bei der Jagd wird der Magyar Vizsla ziemlich universell eingesetzt, er ist ein hervorragender Schweißhund, apportiert gerne mit weichem Fang, er vereint die Vorzüge eines Windhundes, Ausdauer und Schnelligkeit, mit Spur und Fährtensicherheit. Er ist ausgesprochen lernwillig. Seine Menschenfreundlichkeit, seine Sensibilität und Anhänglichkeit verbieten die Zwingerhaltung. Bei ausreichender Beschäftigung kann er als Familienhund gehalten werden.

Der Magyar Vizsla ist ein sehr sensibler Hund, der keine grobe Behandlung in Erziehung, Ausbildung und Haltung verträgt. Äußerst ausgeprägt ist sein körperliches Kontaktbedürfnis, er weicht seiner Bezugsperson buchstäblich nicht von der Seite. Ein Vizsla braucht ausreichende und artgerechte Beschäftigung. Das ist zum einen der jagdliche Einsatz und sind zum anderen vielfältige Möglichkeiten in der Rettungshundearbeit oder dem Hundesport wie beispielsweise Fährtenarbeit, Mantrailing oder Agility. Der Magyar Vizsla benötigt neben Auslauf und Bewegung entsprechende geistige Auslastung. Eine Unterforderung kann zu Verhaltensproblemen führen." (Quelle: Wikipedia)

Leider konnte Frau auch nachlesen, dass dieser Hund bei den Hundeliebhabern immer mehr zum Modehund degradiert wurde und nur selten seiner Neigung gemäß eingesetzt wird. Gerade in Ungarn, dem Ursprungsland dieser Rasse findet man immer wieder ausgesetzte und abgegebene Hunde. Irgendwie konnte Frau es nicht lassen, also flugs dem Mann einen entsprechenden Link mit Hinweis auf einer der armen zu vermittlenden Seelen gegben.
Frau weiß halt wie Ehemann tickt und schon durfte sie tätig werden.
Leider erwies sich der erste ausgesuchte Vizla als Fehlgriff. Nicht dass der Hund nicht toll gewesen wäre, aber die Chemie und das Bauchgefühl passte nicht mit den Vorstellungen des Vorbesitzers überein. Ein weiterer Vorschlag erreichte uns und der war Schicksal.
Cora - eine angebliche Vizla-Mix Hündin, noch in Ungarn verweilend. Passender Weise dort bei einem passionierten Jäger in Pflege bis zur Ausreise nach Deutschland. Zwar schon ein Jahr alt oder etwas älter. Der ungarische Jäger konnte berichten, dass sich Cora als äußerst intelligent und lernwillig präsentierte und sich die Jagdarbeit bei seinen Hunden abschaute. Ha, da konnte selbst der Ehemann nicht widerstehen.

Kontakte wurden geknüpft, Telefonate getätigt und schließlich vereinbart dass man Cora ein Heim geben wollte. Wenigstens zur Probe - denn wir dürfen nicht vergessen Frau hat mit Mann und Kind zusammen mittlerweile einen halben Zoo ein Heim gegeben und Cora wäre Hund Nr. 3. Ob das wirklich nötig ist.

Hier entscheidet wieder Herz über Kopf - diesmal beim Mann. Er reist quer durch Deutschland und holt Cora ab.
Und jetzt ist Cora angekommen. Eine nette, liebes bedürftige Vizla Dame - nein sie ist kein Mix - mit einer für ihre Rasse untypische Fellfarbe. Sie kam, sah und nahm die Familie ein.

Schicksal - übertrifft Planung aber so ist das halt im Leben.
Ausflug ins Wildgehege.


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